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Three years ago, I was awarded a National Parks Austria Media Fellowship to create a film about the Danube-Auen National Park. I had no idea that a two-week journey into this protected wilderness would forever change the way I saw my home country’s landscapes. Austria’s nature had always been familiar to me, but in these floodplains, I found something extraordinary—something wild, untamed, and full of wonder.
The Danube-Auen National Park safeguards the last great floodplain ecosystem in Central Europe, a 9,600-hectare expanse where water shapes the land and life thrives in its embrace. Since 1996—almost my entire lifetime—this place has been protected under international conservation efforts, allowing nature to reclaim its rhythm, free from economic pressures. But could a landscape, once threatened, truly return to its wild heart? I wanted to see for myself.
The park rangers spoke of an abundance of life—hidden kingdoms of beavers, deer, rare birds, and creatures that move with the river’s pulse. They told me where to look, when to wait, and how to slip quietly into the world of the wild. And so, the next morning, long before the sun rose, I set out.

With my camera bag slung over my shoulders, I walked through the dark—mud clinging to my boots, mist curling over the fields. A hush lay over the forest, interrupted only by the distant call of an owl. Then, in the dim morning light, I saw them: deer, standing motionless in the golden dust of dawn. They watched me for a moment, then disappeared into the trees.
I walked on, reaching a secluded side arm of the Danube where I hoped to find beavers. Setting up my Sony 200-600mm lens on my Manfrotto tripod, I settled in and waited. The river murmured, the wind stirred the reeds, and birds greeted the coming day. Time passed, but the beavers remained elusive. Then—rustling behind me.
I turned, heart pounding. The reeds swayed, but I could not yet see what moved within them. Then, with a sudden burst of sound, the mystery revealed itself—a wild boar. My breath caught. I had never seen one before. Keeping still, I framed the shot, careful not to disturb the animal. It lingered for a moment, then melted back into the undergrowth, unaware of my presence.
The sun had fully risen by the time a lone deer wandered past me. Still, no beavers. It was time to leave—at least for today.
That afternoon, I joined a ranger who led me deeper into the park, revealing the world of birds hidden among the wetlands and the unseen wonders of the Danube’s underwater realm. But my mind was still fixed on one elusive creature. The beaver.



The next morning, I set my alarm even earlier, arriving at the river’s edge while the world was still cloaked in darkness. I waited. The water whispered. And then—movement. Two beavers, gliding through the misty current. I held my breath, watching as they swam, their silhouettes barely visible in the half-light. At last, as dawn broke, they came into focus, giving me just a brief window to capture their quiet, secretive world before they vanished once more.
I grew up in Austria, spent most of my life here, yet I had always searched for something new beyond its borders. This experience opened my eyes to the beauty that had been close to home all along. Just a few hours from where I live, a different world exists—wild, vibrant, and alive.
The film I created during those weeks remains more than just a project. It is a reminder. A reminder to look closer, to seek wonder in the familiar, and to never stop discovering the hidden wildness of the world around us.
article, film and photos by: Sabine M. Probst
Eine Reise in die Wildnis der Donau-Auen
Vor drei Jahren wurde ich Nationalpark Österreich Medienstipendiantin , um einen Film über den Nationalpark Donau-Auen zu drehen. Ich hatte keine Ahnung, dass diese zweiwöchige Reise in die geschützte Wildnis meine Sicht auf die Landschaften meines Heimatlandes für immer verändern würde. Die Natur Österreichs war mir immer vertraut gewesen – doch in diesen Auen fand ich etwas Außergewöhnliches. Etwas Wildes, Ungezähmtes, voller Wunder.
Der Nationalpark Donau-Auen bewahrt das letzte große Flussauen-Ökosystem Mitteleuropas – ein 9.600 Hektar großes Naturparadies, in dem das Wasser das Land formt und das Leben in seinem Rhythmus gedeiht. Seit 1996 – fast mein ganzes Leben lang – steht dieser Ort unter internationalem Schutz. Hier darf die Natur sich frei entfalten, unbeeinflusst von wirtschaftlichen Zwängen. Doch kann eine einst bedrohte Landschaft wirklich zu ihrer wilden Ursprünglichkeit zurückfinden? Ich wollte es mit eigenen Augen sehen.
Die Ranger erzählten mir von einer überwältigenden Vielfalt an Leben – versteckte Königreiche von Bibern, Hirschen, seltenen Vögeln und anderen Tieren, die im Takt des Flusses existieren. Sie erklärten mir, wo ich suchen, wann ich warten und wie ich mich unbemerkt in diese Welt der Wildnis einfügen sollte. Und so brach ich am nächsten Morgen auf – lange bevor die Sonne aufging.

Mit meiner Kameratasche über der Schulter wanderte ich durch die Dunkelheit. Der Schlamm klebte an meinen Stiefeln, Nebelschwaden zogen über die Felder. Stille lag über dem Wald, unterbrochen nur vom fernen Ruf eines Vogels. Dann, im ersten schwachen Morgenlicht, sah ich sie: Hirsche, reglos stehend im goldenen Staub der Dämmerung. Sie beobachteten mich kurz – dann verschwanden sie lautlos zwischen den Bäumen.
Ich setzte meinen Weg fort und erreichte einen abgelegenen Seitenarm der Donau, wo ich hoffte, Biber zu finden. Vorsichtig baute ich meine Sony 200-600mm Objektiv mit meiner Kamera auf meinem Manfrotto-Stativ auf, setzte mich hin und wartete. Der Fluss murmelte, der Wind strich durch das Schilf, Vögel begrüßten den neuen Tag. Die Zeit verging – doch die Biber ließen sich nicht blicken. Dann – ein Geräusch hinter mir.
Ich drehte mich um, das Herz klopfte schneller. Die Halme des Schilfs schwankten, doch ich konnte nicht erkennen, was sich dort bewegte. Plötzlich – ein lautes Rascheln, ein Schnauben – und das Rätsel löste sich auf: Ein Wildschwein. Ich hielt den Atem an. Noch nie zuvor hatte ich eines gesehen. Regungslos verharrte ich, konzentrierte mich auf den perfekten Moment – und darauf, das Tier nicht zu stören. Es blieb eine Weile, schnüffelte am Boden, dann verschwand es wieder in der Dichte des Waldes, ohne mich je bemerkt zu haben.
Die Sonne war längst aufgegangen, als ein einzelner Hirsch an mir vorbeizog. Doch von Bibern keine Spur. Es war Zeit, den Ort zu verlassen – zumindest für diesen Tag.
Am Nachmittag begleitete ich eine Rangerin tiefer in den Nationalpark. Sie zeigte mir die verborgene Welt der Vögel, die in den Auen leben, und die faszinierenden Unterwasserlandschaften der Donau. Doch in meinem Kopf war immer noch ein Tier allgegenwärtig: der Biber.



Am nächsten Morgen klingelte mein Wecker noch früher. Ich erreichte den Seitenarm, als die Welt noch in Dunkelheit gehüllt war. Ich wartete. Das Wasser flüsterte. Und dann – Bewegung. Zwei Biber glitten durch den nebligen Strom. Ich hielt den Atem an, während ich sie beobachtete – ihre Silhouetten kaum erkennbar in der Morgendämmerung. Endlich, mit den ersten Sonnenstrahlen, konnte ich sie filmen. Nur für einen kurzen Moment gewährten sie mir einen Einblick in ihre geheime Welt – dann verschwanden sie wieder lautlos im Wasser.
Ich bin in Österreich aufgewachsen, habe den Großteil meines Lebens hier verbracht – und doch suchte ich das Neue immer anderswo. Diese Erfahrung öffnete mir die Augen für die Schönheit, die direkt vor meiner Haustür lag. Nur wenige Stunden von meinem Zuhause entfernt existiert eine völlig andere Welt – wild, lebendig, voller Magie.
Der Film, den ich in diesen Wochen gedreht habe, ist mehr als nur ein Projekt. Er ist eine Erinnerung. Eine Erinnerung daran, genauer hinzusehen, das Wunder im Vertrauten zu suchen – und nie aufzuhören, die verborgene Wildnis der Welt um uns herum zu entdecken.
Artikel, Film und Fotos von Sabin M. Probst
